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Turnabteilung |
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So alt wie der Verein - aber jung geblieben
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gegründet 1905 |
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Noch ohne zu wissen,
wo sie Turnen können, beschließen 33 aktive Turner darunter 17
Zöglinge, 60 passive Interessenten und Gönner, bei der Gründung
des Turnvereins 1905 in einer Turnabteilung mit dabei zu sein. |
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Abteilungsleiter |
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In ihrer Bescheidenheit
nehmen die Turner ihre Übungstätigkeit in einem Stadel hinter
der Gaststätte Hirsch auf.
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in der Geschichte der Turnabteilung:
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| Da keine Geräte vorhanden sind,
beschränkt sich dies auf Freiübungen, Übungen mit einfachen Holzstäben und das Turnen an herabhängenden Seilen, an denen der sog.
Rundlauf durchgeführt wird. Aus Eisenstangen wird provisorisch ein Reck gebaut.
Auch als zusätzlich die "Anknersche" Halle im heutigen Gartenweg zur
Verfügung steht, reicht wohl der Raum aus, aber der Turnbetrieb
ohne gute Geräte gestaltet sich einfach. Im Freien - auf einem
Exerzierplatz - finden Turnspiele wie Völkerball,
Schlagball und Faustball regen Zuspruch. Schon 1912 denkt man
erstmals an die Gründung einer Turnerinnenabteilung. Doch es
bleibt zunächst ein Wunschbild, weil weder Raum noch eine
geeignete Lehrkraft zur Verfügung steht. |
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Josef Unsöld
Albert Schlegel |
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Die ersten Wettkämpfe
tragen die Turner 1907 beim Gauturnfest in Schwendi aus. Dort beteiligen sie sich nicht am
Geräteturnen, sondern an volkstümlichen
Wettkämpfen wie Steinstoßen, Weithochsprung und Laufwettbewerben. |
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Reinhold Frank
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| 1911 nehmen 12
Turner am Gauturnfest in Ehingen teil. Erstmals erringt die Riege für eine gemeinsame Vorführung einen Eichenkranz. |
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Amtierender Abteilungsleiter: |
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1913
nehmen die Turner am Gauturnfest in Klingenstein nicht teil,
weil dort fast nur Gerätemehrkämpfe vorgeschrieben sind. Fast
völlig zum Erliegen kommt die Abteilungsarbeit nach Ausbruch des
ersten Weltkrieges 1914. Alle Räume werden von den Militärs in
Beschlag genommen. Zudem werden die meisten Turner eingezogen.
Auch die bereits 1911 gegründete Sängerriege aus den Reihen der Turner muss
ihre Tätigkeit leider einstellen. |
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Nach Ende des
Krieges schafft 1919 eine Jahresversammlung des Vereins die Grundlage zum Neubeginn der Turnerei in Wiblingen.
Aber immer noch fehlen die notwendigen Geräte. Einige Unentwegte dürfen beim Turnverein Söflingen mitüben. Auch
der Turnverein Ulm, Patenverein, lässt die Wiblinger mitturnen. So kommt es, dass 1923 wieder 15 Wiblinger Turner
zum Gauturnfest nach Munderkingen fahren können. Allerdings bleibt der Wettkampferfolg sehr bescheiden.
Beim Landesturnfest 1925 im Ulmer Stadion gelingt einer Vereinsriege mit 16 Turnern in der Stärkeklasse III die Auszeichnung
"sehr gut". Das ist ein großer Erfolg.
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Ernst Wolfgang
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1925
scheitert ein neuer Versuch, das Frauenturnen einzuführen. Dem inzwischen über 100 Turnern bestehenden Verein
gelingt es, 1929 eigene Geräte Reck, Barren und Pferd anzuschaffen. Im gleichen Jahr wird endlich das
Frauenturnen möglich und zum festen Bestandteil der Abteilung.
Gründer ist Erhard Paul und als erste Leiterin fungiert
Erna Schad. |
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Erst 1931 können nach jahrelangem Warten endlich in die neue Turnhalle einziehen. Damit beginnt im Turnen
und vor allen Dingen im Geräteturnen ein neuer Abschnitt in der Geschichte des Turnvereins.
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Die
Wiblinger Turner zeigen sich mutig. Sie übernehmen 1932 das Gauturnfest der Ulmer Turngaus. Es wird ein großer Erfolg.
Mit 1020 Wettkämpfern, einem Festzug von mehr als 2000 Teilnehmern und mit erstaunlichen 5000 Zuschauern erlebt Wiblingen das bis dahin
größten Fest. Unter den 500 Siegerinnen und Siegern sichert sich
Bernhard Zeitler den ersten Platz im Zehnkampf der
Unterstufe. Weitere 22 erreichen die Sieggrenze zum Eichenlaub.
Vom Deutschen Turnerfest in Stuttgart kehren 1933 gleich 19
Wiblinger Turner als Sieger zurück. Ebenso bei den Gauturnfesten
1934 in Söflingen,
1936 in Langenau,
1937 im Ulmer Stadion und
1938 in Schelklingen
werden zahlreiche Wiblinger und eine Vereinsgruppe mit
Siegerurkunden ausgezeichnet. Beim Deutschen Turn- und Sportfest in Breslau 1938, zu dem ein kleines Häuflein
Wiblinger reist, gelingen nur spärliche Erfolge. Im gleichen Jahr gibt Erna Schad ihre sehr erfolgreiche Tätigkeit
im Frauenturnen, bedingt durch die Forderungen des damaligen Regimes, auf. Die Nachfolge tritt Erna Maier an, die
1940 wieder zurücktritt.
Der zweite Weltkrieg trifft den Verein sehr hart. Nur wenige Turner, vornehmlich junge Kräfte bleiben in der Heimat und
beteiligen sich an den Übungsabenden.
Nur das weibliche Turnen, betreut von Fanny Häufele und
Elisabeth Beier, haben noch guten Zulauf.
Nach dem Kriegsende 1945 entwickelt der Verein trotz Turnverbots
starke Aktivität. Josef Unsöld gibt als erster
Abteilungsleiter und zugleich Turnwart die notwendige Impulse.
Die Gründung einer Kinderturnabteilung unter der Leitung von
Alois Müller wird zu einem großen
Erfolg. Reinhold Frank kommt hinzu und die Führung der
Abteilung übernimmt Albert Schlegel.
1950 beginnt auch wieder das Frauenturnen, dessen Leitung erneut
Erna Maier übernimmt. Sie ist zugleich Frauenwartin und
Übungsleiterin. Ihr Wahlspruch ist bis ins hohe Alter:
"Wer rastet der rostet". Erna Maier setzt sich auch auf
der Gau- und Landesebene für den Durchbruch des Seniorenturnens
auf breiter Basis ein.

1954 beginnt ein neuer Abschnitt mit Reinhold Frank als
Abteilungsleiter, der dieses Amt bis 1997 bekleidet. Unter
seiner Leitung entsteht eine Führungsmannschaft mit Erna Maier,
Franz Schneider, Dietmar Fleischhut und Alois Müller, die
das Heranwachsen von Kunstturnern wie z.B. Franz Schneider
in Wiblingen fördern.
Ein ganz herausragendes Ergebnis erzielen 1962 die Jugendturner
mit Gerhard Werner, Alois Halbherr, Peter Pitzer, Franz
Riethmüller und Manfred Kotyga unter der Leitung
von Dietmar Fleischhut. |
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1961
wird die Abteilung mit Hausfrauenturnen,
1962 Frauengymnastik,
1971 Mutter und Kind,
1972 Jazz-Gymnastik,
1976 das Seniorenturnen und
1978 Ehepaar-Gymnastik erweitert.
Impulse setzen in den 70-80er Jahren Uta Maier, Lilo
Schirmer, und Geri Beck. Ab den 90er Jahren kommen
mit Hanno Sauter und Olga Cannizzaro neu ausgebildete Kräfte
hinzu. Waltraud Schenke, die seit 1976 die große Frauenabteilung
leitet, hat in den Bereich Seniorengymnastik und Yoga gewechselt
und ist darin bis heute unermüdlich tätig.
Die Turnabteilung des Vereins bildet zahlenmäßig die stärkste
Gruppe im Gesamtverein. Steht das Geräteturnen auch immer noch
im Focus, so sieht die Abteilung eine große Aufgabe im
Breitensport. Ein großartiges Beispiel für das selbstständige
Funktionieren einer Sportgruppe ist der sog. "Zweite Weg", der
jetzt schon über 40 Jahre existiert.
Die Turnhallensituation wird mit der Fertigstellung der
Vierfachsporthalle "Tannenplatz Nord" im Jahr 1976 wesentlich
verbessert.
1992 wird mit der Fertigstellung der Dreifachhalle an der
Friedrichshafener Straße Turnen weiter gefördert. Mit dem
Vereinszentrum bei der Bezirkssportanlage steht ab 1994 ein
schöner Gymnastikraum zur Verfügung.
1995 richtet der Turnverein eines der letzten Gauturnfeste aus. |
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